Bisher ungenutztes Empörungspotenzial (2)

Von Michael Miersch

Die Abbildung religiöser Symbole hat in den vergangenen Jahren immer wieder zu Wellen der Entrüstung geführt, die zuweilen sogar in Mord und Terror endeten. Besonders einige Muslime tun sich dabei hervor, ganz besonders wenn ihr Prophet Mohammed unvorteilhaft abgebildet wird. Aber auch manche Christen verstehen keinen Spaß mit Jesus oder Maria und wollen ihre Idole auch nicht in profanen Zusammenhängen dargestellt sehen. Ganz anders bei den Buddhisten. Nach Angaben der Deutschen Buddhistischen Union hängen dieser Religion hierzulande immerhin 250.000 aktive Gläubige an. Sie hätten zahllose Anlässe sich aufzuregen, denn in Massagestudios, Bioläden, und Wellnessbädern ist ihr Religionsgründer mittlerweile ein so allgegenwärtiges Deko-Element, wie Hirschgeweihe in bayerischen Wirtshäusern. Man stelle sich vor, in einer Sauna hinge ein Kruzifix oder eine Mohammed-Darstellung als Mosaik am Rande des Tauchbeckens. Mit Buddha wird das gemacht und niemand stört sich daran. Ein schönes Beispiel, dass man durchaus entspannt religiös gleichzeitig sein kann.